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W-Lan auf dem ganzen Campingplatz.
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30 Jahre Camping Sternen
Aus einem kleinen Landwirtschaftsbetrieb entstand 1978 der Campingplatz Sternen. Heute bietet das 3.5 ha grosse Areal Platz für 160 Stellplätze. Feriengäste wie Dauermieter nutzen diesen Platz im Biospärenreservat Entlebuch, um sich zu erholen oder gar dort zu wohnen. CKW hat sich mit den Inhabern, Familie Glanzmann, über 30 Jahr Kundennähe unterhalten.
CKW: Dieses Jahr werden es 30 Jahre, dass der Campingplatz Sternen seinen Pforten geöffnet hat. Wie kam es dazu, dass aus einem kleinen Landwirtschaftsbetrieb einer der modernsten Campingplätze der Schweiz wurde?
Walter Glanzmann: Vor 35 Jahren übernahmen wir den kleinen Landwirtschaftsbetrieb von meinen Eltern. Doch er war zu klein, um ihn weiterhin effizient betreiben zu können. Hinzu kam,, dass wir auch noch das angegliederte Restaurant hatten und durch den Gastronomiebetrieb zusätzlich stark eingebunden waren. Um Landwirtschaft und Restaurant gleichzeitig zu betreiben, fehlte uns schlichtweg die Zeit. Wenn die Leute essen wollten, mussten wir heuen und umgekehrt. Also suchten wir nach Alternativen, wie wir eine bessere Wertschöpfung erreichen konnten. Eines Abends sprach der Gemeindepräsident in der Gemeindeversammlung. Dabei erwähnte er, dass es immer wider Nachfragen nach Wohnwagenstellplätzen gebe, man aber keine anbieten könne. Diesen Satz merkte ich mir. Zu Hause weckte ich meine Frau und erzählte ihr von der Idee. Sie sagte: „Morgen beginnen wir.“ Und das haben wir dann auch getan. Dank der guten Beziehung zum Gemeinderat sowie den lokalen und regionalen Politikern konnten wir 1978 unsere Pforten öffnen.
Und wie wurde der Campingplatz angenommen?
Walter Glanzmann: In der Region hatte man anfangs noch Bedenken. Das war in einer Zeit, in der man mit „Camping“ Zigeuner oder das Heim des armen Mannes verband. Mit dem Start des Campingplatzes hat sich des jedoch schnell gelegt. Die lokalen Geschäfte profitieren von unseren Kunden und für den regionalen Tourismus sind wir eine wichtige Institution. Das Campingplatzangebot wurde von Anfang an gut angenommen. Bereit nach acht Jahren waren wir voll ausgelastet. Heute verfügen wir über insgesamt 160 Stellplätze, wovon 150 Parzellen an Dauermieter verpachtet sind.
Was bedeutet das?
Walter Glanzmann: Wir verpachten die grosszügigen Parzellen grösstenteils langfristig. Ja nach Interesse und Möglichkeiten errichten die Pächter darauf ihre Mobilheime und Chalets. Darüber hinaus gibt es auch einige Familien, die ihren festen Wohnsitz hier haben. Das ist übrigens nicht auf allen Campingplätzen möglich. Die Gemeinde, die mit diesem Platz sehr zufrieden ist, hat uns für diese Wohnmöglichkeiten eine Bewilligung ausgestellt. Natürlich sind diese Chalets auch ausgebaut – wie kleine Häuser. Jedenfalls, wenn Bekannte oder Freunde zu Besuch kommen, um ein Mobilheim erstmals zu besichtigen, dann ist es nicht selten der Fall, dass Sie sich anschliessend selber für eine Parzelle interessieren. Selbst wenn sie vor dem Besuch dem Thema Camping gegenüber skeptisch waren. Und so kommt es, dass freie Parzellen meist über Freunde, Bekannte, Verwandte oder nun auch über das Internet - ihre Pächter finden. Übriges sind manche unserer Kunden bereits seit 30 Jahren bei uns!
Was macht den Anreiz für ihre Kunden aus, dass sie über Jahre hinweg ihre Freizeit bei Ihnen in Marbach verbringen?
Roland Glanzmann: Hier gibt es praktisch keine Strassen, keine Eisenbahn, keinen Fluglärm, keinen Smog. Hier gibt es Ruhe und Erholung – eben echte Lebensqualität. Und die Freizeitmöglichkeiten, die wir hier haben, sind nahezu unbegrenzt. Ob Wandern, Velofahren, Skifahren, Schlittschuhlaufen auf dem Natureisfeld, Langlauf, Tennis oder Fischen – unsere Kunden können alles machen. Selbst Trekkingtouren mit Lamas und Kamelen sind möglich. Auch zu Weihnachten und Neujahr haben wir immer sehr viele Leute auf dem Campingplatz. Meist sogar mehr als während des Jahres. Sie geniessen es, der Stadt zu entfliehen und hier draussen zu feiern.
Demnach nehmen ich an, dass viele Ihrer Dauermieter aus der näheren Umgebung stammen?
Grety Glanzmann: Die meisten Kunden kommen aus der deutschsprachigen Schweiz – aus St. Gallen, Aargau, Basel, Solothurn und Bern. Aber auch aus Deutschland.
Der Weg zu Ihren Kunden ist sehr kurz. Sie leben mehr oder weniger Tür an Tür mit Ihnen.
Was ist aus Ihrer Sicht wichtig, um eine gute Kundenbindung aufzubauen?

Grety Glanzmann: Das ist der Kontakt zu den Leuten. Man muss ihnen mit Rat und Tat zu Seite stehen. Und vermitteln. Wenn ich beispielsweise weiss, wer gerne strickt oder jasst oder häckelt, dann kann ich auch untereinander Kontakte vermitteln und Bekanntschaften stiften. In den 30 Jahren habe ich hier viele Kinder aufwachsen sehen. Und wenn ich sie heute sehe, vielleicht weil sie ihre Eltern auf dem Campingplatz besuchen, dann sagen viel, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens hier bei uns verbracht haben. Und auch für die eigenen Kinder haben sich hier besondere Beziehungen und Freundschaften ergeben. Man muss sehen, dass wir hier – für ländliche Verhältnisse – immer sehr viele Kinder und Jugendliche haben. Da haben sich über die Jahre viele Freundschaften ergeben. Aber nicht nur zwischen den Kindern – auch zu Erwachsenen sind intensive Kontakte gewachsen. Beispielsweise an einem Wochenende hat unsere Tochter 14 Puppen bekommen. Jeder wollt ihr eine Freude machen.
Seit kurzem bieten Sie Ihren Kunden auch WLAN an, also den drahtlosen Internetzugang. Wie wurde dieses Angebot aufgenommen?
Roland Glanzmann: Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen auf das WLAN-Angebot bekommen. Ich glaube, dass heute keiner unserer Kunden mehr ohne diese Technologie sein möchte. Ob für die gezielte Informationsrecherche, zur Kommunikation oder Unterhaltung. Vor allem bei schlechtem Wetter oder nach Einbruch der Dunkelheit wird das Internet hier gerne genutzt.
Zum 30-Jahr-Jubiläum haben Sie sich eine weiterte Überraschung ausgedacht. Seit dem 1. Januar 2008 wird der ganze Campingplatz mit RegioMix versorgt – dem Naturstrom aus der Region.
Walter Glanzmann: Ja. Umweltschutz ist für uns sehr wichtig. Wir leben hier in der UNESCO Biosphäre Entlebuch, einer der schönsten und einzigartigsten Region – und dem ersten Biosphärenreservat der Schweiz nach UNESCO-Strategie (von Sevilla 1995). Für unsere Region ist das ein wichtiger Faktor. Deshalb führen wir uns auch verpflichtet, erneuerbare Energie, die hier in unserer Region erzeugt wird, an unsere Kunden weiterzugeben. Und das ohne Kostenfolge.
Auf welche Neuerung dürfen sich Ihre Kunden als Nächstes freuen?
Walter Glanzmann: Einige Ideen sind bereits in Vorbereitung. Doch solange nicht alle Hürden genommen sind, können wir die Katze noch nicht aus dem Sack lassen. Für uns ist es jedenfalls wichtig, dass wir unserem Sohn in absehbarer Zeit einen attraktiven Betrieb übergeben, den er dann mit seinen eigenen Ideen weiter vorantreiben kann.


Mit herzlicher Empfehlung
Familie Glanzmann



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